Erstellt am Mittwoch, 27. Mai 2015 21:22

Im Jahr 2015 füllt das Landesweingut Kloster erstmals 300 Flaschen Wein aus der Rebsorte Weißer Heunisch, einer alten Rebsorte. Weißer Heunisch war bis in das 19. Jahrhundert in Mitteleuropa die meist angebaute Weißweinrebsorte. Ein später Austrieb sicherte den Ertrag auch in Jahren mit Spätfrösten. Außerdem garantierte sie hohe Erträge. Die Weine sind extraktarm und säurebetont.

Im verwilderten Kathert‘schen Weinberg bei Karsdorf wurden uralte vergessene Rebstöcke entdeckt. Untersuchungen ergaben, daß es sich um die alten Rebsorten Weißer und Schwarzer Heunisch handelte. Edelreiser wurden in einer Rebschule auf amerikanische Unterlagen gepfropft und in einer zwei Hektar großen Versuchsanlage im Pfortenser Köppelberg zusammen mit den autochthonen Rebsorten Blauer Silvaner und Weißer Elbling gepflanzt.

Die Herkunft und Abstammung des Weißen Heunisch ist nicht bekannt. Aber der Weiße Heunisch ist aufgrund natürlicher Kreuzungen Elternteil einer Reihe von heute bedeutenden Rebsorten. Hier werden nur die bekanntesten Rebsorten genannt: Aligoté, Auxerrois, Chardonnay, Gamay, Pinot-Sorten, Colombard, Blaufränkisch, Riesling und Weißer Elbling.

Die Reblaus hat Ende des 19. Jahrhundert große Flächen mit einer Vielfalt an Rebsorten vernichtet. Bei der Wiederaufrebung mit Pfropfreben mit amerikanischer Unterlage wurde auf bewährte Rebsorten zurückgegriffen, die qualitativ in dieser Zeit von Bedeutung waren. Der Wiederentdeckung alter Rebsorten kommt eine besondere Bedeutung zu. Einerseits geht es darum genetische Vielfalt zu erhalten. Andererseits gilt es vermarktungsfähige Weine zu finden, die den Markt bereichern.

Das Landesweingut Kloster Pforta hat es 2012 mit ihrer Versuchsanlage und der Rekultivierung des Blauen Silvaner und Weißen Elbling in die Endrunde des "IQ Innovationspreis Mitteldeutschland" geschafft. Vom Jahrgang 2011 gab es die ersten Flaschen Pfortenser Köppelberg Blauer Silvaner Qba trocken und einen Weißer Elbling Sekt bA extra trocken.