Erstellt am Montag, 28. Juli 2014 09:49

Das Landesweingut Kloster Pforta bewirtschaftet fünf Einzellagen, die sich auf das Umland von Bad Kösen verteilen. Das Landesweingut Kloster Pforta betreibt hier Landschaftpflege alter kultureller Weinbergslagen. Drei Einzellagen befinden sich im Alleinbesitz. Diese werden auch als Weine der Einzellage vinifiziert und vermarktet. Die Bewirtschaftung von fünf Einzellagen, die derart räumlich getrennt sind, ist schon eine betriebswirtschaftliche Herausforderung.

Andererseits gibt dies dem Betrieb die Möglichkeit, die Einzigartigkeit jeder einzelnen Lage herauszuarbeiten.

Saalhäuser
Auf 7,5 Hektar Muschelkalkboden stehen Reben der Rebsorten Blauer Zweigelt, Blauer Spätburgunder, Weißer Burgunder und Weißer Riesling. Die Lage ist eine Südlage. Der Name "Saalhäuser" fand 1738 erstmals seine Erwähnung. Er wurde von Zisterziensermönchen angelegt, die hier ihren Messwein für das nahe gelegene Kloster Pforta produzierten. Die Lage ist Bestandteil am Sitz des Weingutes in Bad Kösen. Das geerntete Traubengut wird zu 100 Prozent separat ausgebaut und als Einzellage vermarktet. Die Einzellage befindet sich im Alleinbesitz des Weingutes und ist nur teilweise maschinell bewirtschaftbar. Die Lage Saalhäuser hat die kargsten Böden der fünf Einzellagen.
Gosecker Dechantenberg
Auf 3,5 Hektar Buntsandsteinboden sind Grüner Silvaner, Weißer Riesling und Weißer Burgunder gepflanzt. Die Lage ist eine Südlage. Seit 1080 stehen hier ununterbrochen Reben. Die ersten Besitzer waren Benediktinermönche, bevor sie dann in den Besitz des Grafen des Schloss Goseck wechselten. Seit 1903 ist die Anlage im staatlichem Besitz. Er ist damit der älteste Weinberg an Saale/Unstrut. Der Weinberg steht unter Denkmalschutz. Das geerntete Traubengut wird zu 100 Prozent separat ausgebaut und als Einzellage vermarktet. Der Grüne Silvaner QbA trocken und der Weiße Riesling QbA trocken werden spontan vergoren. Die Einzellage befindet sich im Alleinbesitz des Weingutes und ist etwa 10 Kilometer vom Weingut entfernt und nördlich von Naumburg gelegen. Sie ist nicht maschinell bewirtschaftbar. Die Weinbergsmauern sind in den letzten Jahren komplett saniert worden. Der Gosecker Dechantenberg ist Teil des Antrags auf das UNESCO Weltkulturerbe an der Saale/Unstrut.
Pfortenser Köppelberg
Die erste Erwähnung ist 1147 durch die Zisterziensermönche urkundlich belegt. Hier stehen auf 7,5 Hektar Muschelkalkboden mit Lößauflage die Rebsorten Weißer Riesling, Grauer Burgunder, Blauer Zweigelt und Blauer Portugieser, sowie in einer Versuchsanlage die autochthonen Rebsorten Weißer Heunisch, Blauer Silvaner und Weißer Elbling in unmittelbarer Nachbarschaft des Weingutes. Die Reben sind teilweise sehr alt. Das geerntete Traubengut wird zu 80 Prozent separat ausgebaut und als Einzellage vermarktet. Die Einzellage befindet sich im Alleinbesitz des Weingutes.
Eulauer Heideberg
Auf 10 Hektar Muschelkalkboden mit Lößauflage stehen Reben der Sorten Grauer Burgunder, Bacchus, Dornfelder und André. Die Lage ist eine Südlage. Die Anlage ist maschinell bewirtschaftbar. Die Einzellage ist etwa 10 Kilometer vom Weingut entfernt und nördlich von Naumburg gelegen. Die Weine werden bis auf den Eulauer Heideberg André als Gutsweine vermarktet.
Naumburger Paradies
Bis in die 1930er Jahre waren hier Flächen der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau mit Reben zu Forschungszwecken bestückt. Seit 1992 bewirtschaftet das Landesweingut Kloster Pforta hier 17 Hektar Rebfläche auf tiefgründigen Lehmböden. Gepflanzt sind Reben der Sorten Roter Traminer, Weißer Burgunder, Grüner Silvaner, Bacchus und Müller-Thurgau. Die Ausrichtung ist südwestlich. Die Ernte wird als Gutsweine oder Ortsweine vermarktet. Die Einzellage ist etwa 7 Kilometer vom Weingut entfernt und am südlichen Stadtrand von Naumburg gelegen.
Weischützer Nüssenberg
2015 pachtet das Landesweingut Kloster Pforta hier 9 Hektar mit ton- und lehmhaltigen Verwitterungsböden auf Muschelkalkunterlage. Die Ausrichtung ist südwestlich. Hier stehen Reben der Sorten Müller-Thurgau, Bacchus, Gutedel, Kerner, Weißburgunder und Spätburgunder. Die Weine werden als Gutsweine vermarktet.
 
Weitere ca. 5 Hektar Rebfläche werden in der Großlage Großjenaer Blütengrund bewirtschaftet.